Ein Symbol für die Ewigkeit – das perfekt passen muss
Der Moment ist magisch: Du hast den perfekten Ring gefunden. Vielleicht ist es der funkelnde Verlobungsring, mit dem du die Frage aller Fragen stellen möchtest, oder es sind die Eheringe, die eure ewige Liebe symbolisieren sollen. Das Design ist atemberaubend, das Material edel, die Bedeutung unermesslich. Doch bevor die Freude überwiegt, taucht eine entscheidende, technische Hürde auf: die Ringgrösse. Nichts trübt den romantischen Moment mehr als ein Ring, der am Fingerknöchel stecken bleibt oder am Finger schlackert. Die korrekte Ringgrösse messen ist daher kein trivialer Schritt, sondern die Grundlage für perfekten Tragekomfort und die Vollendung einer unvergesslichen Geste.
Viele Menschen sind unsicher, wie sie ihre Ringgrösse oder die ihres Partners zuverlässig ermitteln können. „Wie kann ich meine Ringgrösse messen?“ ist eine der häufigsten Fragen auf dem Weg zur Verlobung oder Hochzeit. Die gute Nachricht: Es ist einfacher als du denkst!
In diesem ultimativen Guide nehmen wir dich an die Hand und zeigen dir alles, was du wissen musst. Wir stellen dir vier bewährte Methoden vor, mit denen du die Ringgrösse messen kannst – von einfachen DIY-Tricks für zu Hause bis hin zur professionellen Messung. Wir verraten dir die goldenen Regeln für ein exaktes Ergebnis, lüften die Geheimnisse, wie du die Grösse für einen Überraschungs-Verlobungsring heimlich herausfindest, und stellen dir eine umfassende Ringgrössentabelle zur Verfügung. Nach der Lektüre dieses Artikels wirst du ein wahrer Experte sein und die perfekte Passform für das Symbol eurer Liebe mit absoluter Sicherheit finden.

Die 5 goldenen Regeln für ein exaktes Ergebnis
Bevor du zu Massband oder Schablone greifst, musst du wissen, dass unsere Finger keine starren, unveränderlichen Gebilde sind. Ihr Umfang kann sich im Laufe des Tages und unter verschiedenen Bedingungen leicht verändern. Um Messfehler zu vermeiden, die später zu Enttäuschung führen könnten, solltest du unbedingt diese fünf goldenen Regeln beachten.
1. Der richtige Zeitpunkt: Miss am Abend
Unsere Finger sind morgens nach dem Aufstehen oft etwas dünner als am Abend. Im Laufe des Tages lagert der Körper etwas mehr Wasser ein, was die Finger leicht anschwellen lässt. Um sicherzustellen, dass der Ring auch am Abend noch bequem sitzt und nicht drückt, ist es ideal, die Messung am späten Nachmittag oder Abend durchzuführen.
2. Die richtige Temperatur: Vermeide Extreme
Kälte und Wärme haben einen erheblichen Einfluss auf die Grösse deiner Finger.
- Bei Kälte: Die Blutgefässe ziehen sich zusammen, die Finger werden dünner. Ein Ring, der bei Kälte gemessen wurde, kann bei Wärme unangenehm eng werden.
- Bei Hitze: Die Finger schwellen an. Ein bei grosser Sommerhitze gemessener Ring könnte im Winter zu locker sitzen.Miss deine Ringgrösse also immer bei einer normalen, angenehmen Raumtemperatur, um ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erhalten.
3. Die Form deines Fingers: Knöchel nicht vergessen!
Nicht jeder Finger ist gleich gebaut. Einige Menschen haben sehr schlanke Finger mit kaum ausgeprägten Fingerknöcheln, während andere kräftigere Knöchel haben, die breiter sind als das Fingerglied selbst. Der Ring muss gross genug sein, um über den Knöchel zu gleiten, aber eng genug, um danach nicht zu rutschen. Wenn du einen sehr breiten Knöchel hast, musst du beim Messen darauf achten, dass dein Messstreifen oder die Schablone gerade noch so über den Knöchel passt. Manchmal ist es hier notwendig, eine halbe Grösse grösser zu wählen und den Ring später von einem Juwelier anpassen zu lassen.
4. Die Breite des Rings: Breit vs. Schmal
Dies ist ein entscheidender Faktor, der oft übersehen wird! Die Breite des Rings hat einen direkten Einfluss auf die Passform.
- Schmale Ringe (bis 4 mm): Hier kannst du dich auf deine exakt gemessene Grösse verlassen.
- Breite Ringe (ab 5-6 mm): Ein breiterer Ring hat mehr Kontaktfläche mit dem Finger und sitzt dadurch gefühlt enger. Bei breiten Modellen, wie sie oft für Eheringe bei Männern gewählt werden, solltest du in der Regel eine halbe bis eine ganze Nummer grösser wählen als deine exakt gemessene Grösse.
5. Die dominante Hand: Rechts oder Links?
Die Finger an deiner dominanten Hand (also die Hand, mit der du schreibst) sind oft eine viertel bis halbe Nummer grösser als an der nicht-dominanten Hand. Messe also immer den Finger an der Hand, an der der Ring später auch tatsächlich getragen werden soll.

Wie kann ich meine Ringgrösse messen? 4 bewährte Methoden im Detail
Jetzt, wo die Grundlagen geklärt sind, kommen wir zu den praktischen Methoden. Wir stellen dir vier verschiedene Wege vor, vom einfachen Hausmittel bis zur professionellen Messung, jeweils mit einer detaillierten Anleitung sowie Vor- und Nachteilen.
Methode 1: Die Faden- oder Papierstreifen-Methode
Dies ist die klassische DIY-Methode, für die du nur Dinge brauchst, die du bereits zu Hause hast. Sie ist ideal für eine erste Einschätzung.
Was du brauchst:
- Einen dünnen Papierstreifen (ca. 10 cm lang, 0.5 cm breit) oder ein Stück nicht dehnbarer Faden (z.B. Zahnseide).
- Ein Lineal oder Massband.
- Einen Stift.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Vorbereitung: Schneide einen geraden Streifen Papier zu oder nimm dir ein Stück Faden.
- Umwickeln: Lege den Streifen oder den Faden eng, aber nicht zu straff, um die breiteste Stelle deines Ringfingers. Dies ist in der Regel direkt unterhalb des Fingerknöchels. Stelle sicher, dass der Streifen auch über den Knöchel passt!
- Markieren: Markiere mit dem Stift die Stelle, an der sich das Papier oder der Faden überlappt und einen vollständigen Kreis bildet.
- Messen: Lege den Streifen oder Faden flach auf das Lineal und miss die Länge von Anfang bis zur Markierung in Millimetern.
- Ergebnis: Das Ergebnis in Millimetern ist dein Fingerumfang und entspricht direkt der EU-Ringgrösse. Ein gemessener Umfang von 56 mm bedeutet also, du hast die Ringgrösse 56.
Vorteile: Schnell, einfach, kostenlos.
Nachteile: Sehr fehleranfällig. Papier kann reissen oder sich verbiegen, Faden kann sich dehnen oder zu tief ins Fleisch schneiden, was die Messung ungenau macht. Nutze diese Methode am besten mehrfach zu verschiedenen Tageszeiten, um einen Mittelwert zu bilden.
Methode 2: Die Messung mit einem passenden Ring
Wenn du bereits einen Ring besitzt, der perfekt auf den gewünschten Finger passt, ist dies eine der genauesten Methoden für zu Hause.
Was du brauchst:
- Ein gut passender Ring.
- Ein präzises Lineal oder eine Schieblehre.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Ring auswählen: Wähle einen Ring, der eine ähnliche Breite wie der geplante neue Ring hat und den du bequem am richtigen Finger tragen kannst.
- Innendurchmesser messen: Lege den Ring auf das Lineal und miss den Innendurchmesser so exakt wie möglich in Millimetern. Achte darauf, dass du wirklich die breiteste Stelle von Innenkante zu Innenkante misst. Eine Schieblehre ist hierfür ideal, da sie präziser ist.
- Grösse berechnen: Nimm den gemessenen Innendurchmesser und multipliziere ihn mit dem Wert Pi (π ≈ 3.14159). Das Ergebnis ist der Umfang deines Fingers und somit deine EU-Ringgrösse.
- Beispiel: Du misst einen Innendurchmesser von 17.2 mm. Die Rechnung lautet: 17.2 mm * 3.14159 ≈ 54.0 mm. Deine Ringgrösse ist 54.
Vorteile: Sehr genau, wenn der Referenzring gut passt und die Messung präzise ist.
Nachteile: Du benötigst bereits einen perfekt passenden Ring mit einer ähnlichen Breite.
Methode 3: Die Ringgrössen-Schablone zum Ausdrucken
Viele Juweliere und Online-Shops bieten kostenlose Ringgrössen-Schablonen (auch Multisizer genannt) zum Ausdrucken an.
Was du brauchst:
- Ein Drucker.
- Eine Schere.
- Ein passender Ring (für die Kontrollmessung).
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Schablone finden und drucken: Suche online nach „Ringgrössen-Schablone PDF“. Ein vertrauenswürdiger Juwelier ist eine gute Quelle. Drucke die Schablone aus. Wichtig: Achte darauf, dass du in 100% Originalgrösse druckst und die Skalierung nicht an die Seitengrösse anpasst!
- Kontrollmessung: Auf jeder guten Schablone befindet sich ein Kontrollfeld (z.B. ein 5 cm langer Strich). Miss dieses Feld mit einem Lineal nach, um sicherzustellen, dass der Ausdruck massstabsgetreu ist.
- Messen mit dem Ring: Die Schablone wird Kreise in verschiedenen Grössen haben. Lege deinen gut passenden Ring auf die Kreise, bis du denjenigen findest, dessen innere Kante genau mit der Aussenkante deines Rings übereinstimmt.
- Messen mit dem Papiermessstreifen: Viele Schablonen haben auch einen ausschneidbaren Messstreifen mit einer Skala. Schneide ihn aus, forme einen Ring und ziehe ihn über deinen Finger, um die Grösse abzulesen.
Vorteile: Relativ genau, wenn der Ausdruck korrekt ist. Bietet oft zwei Messmöglichkeiten.
Nachteile: Drucker können die Grösse verfälschen, wenn die Einstellungen nicht korrekt sind.
Methode 4: Die professionelle Messung (Der Goldstandard)
Dies ist zweifellos die sicherste und genaueste Methode, um deine Ringgrösse zu messen.
Was du tun musst:
- Besuche einen oder mehrere Juweliere oder Schmuckgeschäfte in deiner Nähe.
- Bitte darum, deine Ringgrösse professionell ermitteln zu lassen.
Der Prozess:
Der Juwelier wird ein sogenanntes Ringmass (einen Bund mit vielen Musterringen in verschiedenen Grössen) oder einen Messdorn verwenden. Du probierst die Musterringe an, bis du denjenigen findest, der perfekt sitzt. Der Juwelier wird dich dabei beraten und Faktoren wie die geplante Ringbreite berücksichtigen.
Vorteile: Maximale Genauigkeit, professionelle Beratung, kostenlos und unverbindlich.
Nachteile: Erfordert einen Besuch im Geschäft.
Die geheime Mission: Ringgrösse für den Verlobungsring heimlich ermitteln
Die vielleicht grösste Herausforderung: Du planst einen Heiratsantrag und der Verlobungsring soll eine Überraschung sein. Wie kann ich die Ringgrösse messen, ohne dass meine Partnerin etwas merkt? Hier ist dein Spionage-Toolkit:
Weg 1: Der Ring-Diebstahl (Die klassische Methode)
- Die Mission: Entwende unbemerkt einen Ring, den deine Partnerin oft am richtigen Finger (linker Ringfinger) trägt.
- Die Ausführung: Nimm den Ring mit zum Juwelier oder miss den Innendurchmesser selbst (Methode 2). Achte darauf, dass es kein Ring ist, den sie täglich trägt und sofort vermissen würde. Der Ring für den Mittelfinger ist oft eine halbe bis ganze Nummer grösser – berücksichtige das!
- Schwierigkeit: Mittel. Erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
Weg 2: Der Abdruck (Die kreative Methode)
- Die Mission: Einen Abdruck des Rings anfertigen.
- Die Ausführung: Nimm einen Ring deiner Partnerin und drücke ihn fest in ein Stück Seife, eine Kerze oder eine Knetmasse. Der Abdruck kann vom Juwelier als Referenz für die Grösse genutzt werden. Reinige den Ring danach gründlich!
- Schwierigkeit: Mittel. Das Ergebnis ist nicht ganz so präzise wie der Ring selbst.
Weg 3: Die Verbündeten (Die soziale Methode)
- Die Mission: Komplizen rekrutieren.
- Die Ausführung: Bitte die beste Freundin, die Schwester oder die Mutter deiner Partnerin um Hilfe. Sie könnten beiläufig einen Schaufensterbummel vorschlagen und „nur zum Spass“ Ringe anprobieren, um die Grösse herauszufinden. Wähle eine Person, die ein Geheimnis für sich behalten kann!
- Schwierigkeit: Gering, aber das Geheimnis muss sicher sein.
Weg 4: Das Ablenkungsmanöver (Die geschickte Methode)
- Die Mission: Die Grösse unter einem Vorwand erfragen.
- Die Ausführung: Tu so, als ob du einen Ring für deine Mutter, Schwester oder eine andere weibliche Person kaufen möchtest und bitte deine Partnerin, einen Ring für dich anzuprobieren, „weil sie eine ähnliche Grösse hat“.
- Schwierigkeit: Hoch. Erfordert schauspielerisches Talent und kann leicht durchschaut werden.

Von Millimetern und Zoll: Die internationale Ringgrössentabelle
Ringgrössen werden nicht auf der ganzen Welt gleich angegeben. Wenn du einen Ring im Ausland kaufst oder internationale Marken vergleichst, ist eine Ringgrössentabelle unerlässlich.
Das gängigste System in der Schweiz und in der EU ist der Fingerumfang in Millimetern. Andere wichtige Systeme sind das US/Kanada-System und das UK-System.
| Umfang (mm) – EU/CH | Durchmesser (mm) | US / Kanada Grösse | UK Grösse |
| 47 | 15.0 | 4 | H ½ |
| 48 | 15.3 | 4 ½ | I ½ |
| 49 | 15.6 | 5 | J ½ |
| 50 | 15.9 | 5 ¼ | K |
| 51 | 16.2 | 5 ¾ | L |
| 52 | 16.6 | 6 | M |
| 53 | 16.9 | 6 ½ | M ½ |
| 54 | 17.2 | 7 | N ½ |
| 55 | 17.5 | 7 ¼ | O |
| 56 | 17.8 | 7 ¾ | P |
| 57 | 18.1 | 8 | Q |
| 58 | 18.5 | 8 ½ | Q ½ |
| 59 | 18.8 | 8 ¾ | R |
| 60 | 19.1 | 9 ¼ | S |
| 61 | 19.4 | 9 ¾ | T |
| 62 | 19.7 | 10 | T ½ |
| 63 | 20.1 | 10 ½ | U ½ |
Häufig gestellte Fragen zur Ringgrösse
Was ist die häufigste Ringgrösse bei Frauen und Männern?
Bei Frauen in Europa liegen die häufigsten Ringgrössen zwischen 52 und 56. Bei Männern bewegen sie sich oft im Bereich von 59 bis 64. Aber Achtung: Das sind nur Durchschnittswerte! Verlasse dich niemals auf einen Durchschnitt, sondern miss immer individuell.
Kann man die Grösse eines Rings nachträglich ändern?
Ja, bei den meisten Ringen ist eine Grössenänderung durch einen Juwelier möglich. Allerdings gibt es Grenzen.
- Einfache Änderung: Ringe aus Edelmetallen wie Gold oder Platin ohne Steine rundherum können meist problemlos um 1-2 Grössen verändert werden.
- Schwierige Änderung: Bei Ringen, die rundum mit Steinen besetzt sind (Memoire-Ringe), bei Ringen aus Titan oder Edelstahl oder bei sehr komplexen Mustern ist eine Änderung oft schwierig oder unmöglich. Frage beim Kauf immer nach den Möglichkeiten zur Grössenanpassung.
Was mache ich, wenn meine Grösse zwischen zwei Nummern liegt?
Wenn du zwischen zwei Ringgrössen schwankst, wähle im Zweifelsfall immer die grössere Variante. Einen etwas zu grossen Ring kann ein Juwelier einfacher verkleinern als einen zu kleinen Ring zu vergrössern.
Im unteren Beispiel sieht man die üblichsten Ringgrössen anhand eines Experimentes aus Deutschland.

Fazit: Der kleine Schritt zur perfekten Passform
Du bist jetzt mit dem Wissen und den Werkzeugen ausgestattet, um die perfekte Grösse für eines der wichtigsten Schmuckstücke deines Lebens zu ermitteln.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die professionelle Messung beim Juwelier ist immer die sicherste Methode. Wenn du jedoch zu Hause misst, denke an die goldenen Regeln – miss am Abend bei Raumtemperatur, berücksichtige die Ringbreite und miss mehrfach, um das Ergebnis zu bestätigen. Für die geheime Mission „Verlobungsring“ ist das Ausleihen eines passenden Rings der zuverlässigste Weg.
Das Ringgrösse messen ist ein kleiner, aber entscheidender Akt der Sorgfalt. Es stellt sicher, dass das Symbol eurer Liebe nicht nur wunderschön aussieht, sondern sich auch jeden Tag perfekt und angenehm anfühlt – ein Leben lang.




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